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Ben Kunstleben Storyfacturing

Journal · Anleitung · 24.10.2026

Mail vom Hoster: „Ihre PHP-Version ist veraltet.“ Was jetzt?

Diese Mail ist echt, sie ist richtig, und sie ist freundlicher gemeint, als sie klingt. Was dahintersteckt, was passiert, wenn du nichts tust, und welche drei Wege es gibt — einer davon kostet nichts.

Kurzfassung

31.12.

endet PHP 8.2

danach keine Korrekturen mehr
php.net, Stand 24.10.2026

8.4

die Version, die du willst

gepflegt bis Ende 2028 —
8.3 nur noch bis Ende 2027

7.4

so alt darf PHP sein, damit WordPress startet

darum fällt es niemandem auf
wordpress.org

3

Wege, einer kostet nichts

umstellen, Aufschub kaufen
oder die Frage loswerden

Keine Eile im Sinne von Panik. Aber auch nichts, was sich von selbst erledigt: Der Termin steht seit vier Jahren fest, seit dem Tag, an dem PHP 8.2 erschienen ist.

Die Mail sagt nicht, dass etwas kaputt ist. Sie sagt, dass etwas kaputtgehen kann, wenn niemand hinsieht.

Der Unterschied geht in der Formulierung oft unter. Deine Website läuft weiter, auch über den 31. Dezember hinaus. Sie läuft dann nur auf einem Unterbau, für den niemand mehr Sicherheitslücken schließt.

Zuerst

Ist die Mail überhaupt echt?

Nachsehen, nicht klicken

Meistens ja. Hoster verschicken solche Hinweise seit Jahren, und in diesem Herbst verschicken sie besonders viele. Trotzdem ist genau diese Mail eine beliebte Vorlage für Fälschungen: Sie klingt technisch, sie klingt dringend, und sie enthält einen Link.

Der Umgang damit kostet dreißig Sekunden. Klick nicht auf den Link in der Mail. Melde dich so an, wie du es immer tust — über dein Lesezeichen oder die Adresse, die du kennst. Steht die Meldung auch dort im Kundenbereich, war die Mail echt. Steht sie nicht dort, war sie es nicht.

Das gilt für jede Mail, die etwas von dir will: nie der Weg aus der Mail, immer der Weg, den du selbst kennst. Und wenn dir eine Mail Angst macht, ist das schon ein Grund, ihr nicht zu folgen.

Der Grund

Warum fällt das sonst niemandem auf?

wordpress.org, abgerufen 24.10.2026

Weil nichts passiert. Keine Fehlermeldung, kein Hinweis im Verwaltungsbereich, keine rote Zeile. PHP ist die Sprache, in der WordPress geschrieben ist; sie läuft auf dem Server, unter der Website. Ein WordPress-Update aktualisiert sie nicht mit. Das liegt beim Hoster — und bei dir, falls du im Kundenbereich die Version selbst auswählen darfst.

WordPress ist dabei erstaunlich geduldig. Empfohlen ist PHP 8.3 oder neuer. Laufen tut es schon ab 7.4, einer Version, deren Pflege 2022 endete. Die Projektseite schreibt das offen hin: Diese Versionen hätten „ihr offizielles Lebensende erreicht und können deine Seite Sicherheitslücken aussetzen“.

Genau darin liegt die Falle. Ein System, das nein sagt, erzieht. Ein System, das weiterläuft, lässt die Frage offen — und offene Fragen bleiben jahrelang offen. Deshalb ist diese Mail nützlich: Sie ist oft der einzige Moment, in dem jemand die Frage überhaupt stellt.

Der Termin

Was passiert am 31. Dezember?

php.net, abgerufen 24.10.2026

Sichtbar: nichts. Die Seite ist am 1. Januar erreichbar wie vorher, nichts wird abgeschaltet, niemand wird gesperrt. Was endet, ist die Wartung. Für Lücken, die nach diesem Datum in PHP 8.2 gefunden werden, erscheint keine Korrektur mehr.

Wie das in der Praxis aussieht, hat dieser Oktober gezeigt. Für die PHP-Lücke, die damals die Runde machte, kam für 8.2 ein Update. Für 8.1, dessen Frist ein Jahr früher ablief, kam keines — dieselbe Lücke, derselbe Tag, zwei verschiedene Antworten. Der Unterschied war allein das Datum.

Welche Version wie lange gepflegt wird, steht als Tabelle im Lagebericht. Dort wird sie fortgeschrieben — zwei Tabellen mit denselben Daten veralten sonst unterschiedlich schnell.

Die Wahl

Welche Version soll es sein?

Nicht die nächste

Der naheliegende Schritt ist der von 8.2 auf 8.3: eine Version weiter, klingt vorsichtig. Es ist der Schritt, von dem ich abrate. 8.3 wird selbst nur noch mit Sicherheitskorrekturen versorgt und endet am 31. Dezember 2027. Du hättest ein Jahr gewonnen und dieselbe Mail im nächsten Herbst wieder im Postfach.

Sinnvoll ist 8.4: gepflegt bis Ende 2028, seit knapp zwei Jahren im Einsatz, von Themes und Erweiterungen gut vertragen. Bei einer neuen Installation kannst du direkt zu 8.5 gehen. Bei einer bestehenden würde ich 8.5 erst nehmen, wenn alle Erweiterungen sie ausdrücklich unterstützen — sonst tauschst du ein bekanntes Problem gegen ein unbekanntes.

Die Regel dahinter ist einfacher als die Versionsnummern: nicht die älteste Version wählen, die noch läuft, sondern die neueste, die deine Seite verträgt.

Die Entscheidung

Drei Wege, und einer kostet nichts

WegKostenSinnvoll, wenn …
PHP aktualisierennichtsfast immer — der Normalfall
Aufschub kaufenjährlichetwas im Haus nicht mitkommt
Ohne PHP weitermacheneinmaligdie Seite nur zeigt, was sie zeigt

1 · PHP aktualisieren

Der Normalfall, und für die meisten Seiten eine Sache von Minuten. Im Kundenbereich des Hosters steht die Version, meist unter „PHP“ oder bei der Domain; dort wird sie umgestellt. Wie das vorsichtig geht, steht im nächsten Abschnitt.

2 · Aufschub kaufen

Es gibt bezahlte Sicherheitskorrekturen für abgelaufene PHP-Versionen. Angeboten werden sie von TuxCare, einer Marke von CloudLinux; bei Servern mit cPanel lässt sich das seit Version 134 direkt dazubuchen, und einzelne Hoster verkaufen es als Erweiterung ihrer Pakete. Gedeckt ist laut Hersteller ein Zeitraum von vier Jahren nach dem Lebensende.

Das ist ein ehrlicher Aufschub und keine Lösung: Du zahlst jedes Jahr dafür, auf einem Stand zu bleiben, den du irgendwann doch verlassen musst. Sinnvoll ist es, wenn an der Seite etwas hängt, das nicht mitkommt — eine alte Schnittstelle zur Warenwirtschaft, ein Zahlungsmodul ohne Nachfolger. Als Dauerlösung für eine normale Website ist es zu teuer für das, was es bringt.

3 · Die Frage loswerden

Der dritte Weg ist unbequem zu lesen, wenn man gerade eine Mail beantworten will, aber er gehört dazu: Diese Frage stellt sich nur, weil unter der Website eine Programmiersprache läuft. Eine Seite aus reinem HTML hat keine PHP-Version — und damit keine, die ablaufen kann.

Das lohnt nicht für jede Seite. Wenn täglich Inhalte gepflegt werden, ein Shop läuft oder ein Team damit arbeitet, ist WordPress richtig, und dann gelten die elf Maßnahmen. Wenn die Seite aber im Wesentlichen zeigt, was sie zeigt — Leistungen, Referenzen, Kontakt —, dann ist die statische Variante die einfachere Antwort. Nicht die sicherere im Sinne eines Versprechens. Die mit weniger Stellen, an denen etwas schiefgehen kann.

Vorsichtig

Und wenn die Seite danach weiß ist?

Es ist umkehrbar

Das ist die eigentliche Angst, und sie ist berechtigt: Eine neuere PHP-Version kann alten Code zum Stehen bringen. Betroffen sind fast immer dieselben drei Dinge — eine Erweiterung, die seit Jahren nicht gepflegt wird, ein gekauftes Theme ohne Aktualisierungen, oder selbst geschriebener Code in der functions.php.

Entscheidend ist der Satz, der selten dabeisteht: Das Umstellen ist umkehrbar. Die Version ist eine Einstellung, kein Eingriff. Wenn die Seite nach dem Wechsel weiß bleibt oder einen Serverfehler zeigt, schaltest du zurück, und sie ist wieder da. Deshalb darf man es wagen — man muss es nur zur richtigen Zeit tun.

  • Vorher ein Backup, und zwar eines, das schon einmal zurückgespielt wurde.
  • Erst alles aktualisieren: WordPress, Theme, Erweiterungen. Die meisten Probleme sind damit schon weg.
  • Wenn der Hoster eine Testumgebung anbietet, dort umstellen und durchklicken. Sonst: nicht Freitagabend und nicht vor dem Urlaub.
  • Nach dem Umstellen die Seiten aufrufen, die etwas tun — Kontaktformular, Suche, Anmeldung, Bestellvorgang. Nur die Startseite zu prüfen, reicht nicht.
  • Was nicht mehr läuft, nennt dir das Fehlerprotokoll des Hosters. Dort steht meist genau die Datei, die das Problem macht.

Bleibt etwas liegen, ist das kein Grund, auf der alten Version zu bleiben. Es ist der Hinweis, dass dort etwas steht, das seit Jahren niemand mehr pflegt — und das wäre auch ohne den Stichtag ein Problem.

Weißt du nicht, welche Version bei dir läuft?

Ich sehe im Kundenbereich nach, prüfe, ob die Erweiterungen mitkommen, und stelle um — mit Backup davor und Kontrolle danach. Bei den meisten Seiten ist das eine Sache von einer halben Stunde.

Kontakt aufnehmen

Belege

Quellen, abgerufen am 24.10.2026

Stand 24.10.2026. Preise für bezahlte Verlängerungen nenne ich nicht: Sie unterscheiden sich je Hoster und Paket und ändern sich schneller, als ich diesen Beitrag nachziehen kann. Steht bei dir etwas anderes in der Mail, als hier beschrieben ist: kurze Nachricht genügt.

Bei Texten wie diesem arbeite ich mit professionellen KI-Modellen — so wie bei der Analyse von Logdateien und Datenbanken. Das Werkzeug beschleunigt, es urteilt nicht: Die Inhalte kommen aus meiner täglichen Praxis, kuratiert und geprüft habe ich sie selbst. Keine Rechtsberatung.